5. Oktober 2011

Der Telegraphenhügel

Heute Vormittag wollen Julio und ich eine kleine Runde drehen. Wir fahren mit dem Cercanias nach Villalba. Eigentlich wollten wir ja in Collado Mediano starten, aber Julio hat in geistiger Umnachtung nur eine Fahrkarte bis Villalba gelöst wir hatten nun das "Glück", dass uns kurz vor der Station ein Schaffner kontrolliert hat. Also disponieren wir um fahren von Villaba Richtung Moralzarzal.

Kette Ölen
Zunächst geht es auf einem schmalen Pfad entlang der Landstrasse auf der sich die Autos im Berufsverkehr stauen. Kaum zu verstehen, dass sich die Leute in ihre Autos quetschen, wenn sie doch einen trailmässigen Radweg zur Verfügung hätten.
Noch vor Moralzarzal überqueren wir die Strasse und folgen nun einem breiten Weg bergan. Es zieht sich und wird immer steiler und wir entledigen uns unserer Windjacken die wir bisher in der Morgenfrische noch an hatten.
Am höchsten Punkt befindet sich ein 'Mirador' der einen Rundumblick auf die gesamte Sierra Guadarrama und die davor liegenden Dörfer erlaubt.

Vor dem Telegraphenturm
Von hier an geht es nun wieder steil bergab und über hügliges Gelände bis nach Moralzarzal. Hier beginnt der Forstweg hinauf auf die 'Cabeza Mediana' - auch unter dem Namen Cerro del Telegrafo bekannt.
Zügig erklimmen wir den Gipfel und sind dann auch froh, dass wir ihn endlich erreicht haben. Unser bisheriges flottes Tempo macht sich so langsam in den Beinen bemerkbar.

Der Berg ist 1331m hoch und oben recht flach, so dass man nicht wirklich das Gefühl bekommt irgendwo oben drauf zu stehen. Oben drauf steht auf jeden Fall ein alter, optischer Telegraphenmast aus dem 19. Jahrhundert.

Von oben
Unser Track führte eigentlich den selben Weg wieder hinab, doch dies erschien uns zu langweilig. Auf der anderen Seite des Berges führt aber ein verwitterter Weg wieder hinab Richtung Collado Mediano. Wir versuchen unser Glück und es lohnt sich. Die Abfahrt auf dem kaputten Weg macht Spass und wir landen am Kreisverkehr der nach Collado Mediano führt. Wir entscheiden uns aber wieder runter bis Villalba zu fahren. Der Weg führt bis Alpedrete über einen der schönsten Trails der Gegend - technisch anspruchsvoll, aber vollständig fahrbar.

Auf der Abfahrt
Von Alpredrete bis Villalaba gehts wieder über Pfade neben der Strasse bis zum Bahnhof, wo wir uns in der Bar gegenüber noch unser wohlverdientes kühles Blondes gönnen. Eine rundum gelungene Tour kleine Tour.

Zugabe


2. Oktober 2011

Fiesta de la Bicicleta 2011 in Madrid


Zum 33. Mal fand am letzten Sonntag diese jährliche Veranstaltung statt. Das 'Radlfest' ist ein 20km langer Rundkurs quer durch Madrid und führt über die breitesten Strassen die zu diesem Zweck für ein paar Stunden gesperrt werden. Von offizieller Seite heisst es, kommen 200.000 Teilnehmer zu dem Event. Nachgezählt habe ich nicht, aber es sind sehr, sehr viele. Und wenn man bei der monatlichen Critical Mass von zwei bis viertausend Teilnehmern ausgeht, dann ist dies hier ein kaum enden wollender Strom von Radlern.
Im Retiro am 'Angel Caído' (Gefallener Engel)
Das ganze ist eine Veranstaltung für jedermann und so sind viele Kinder aber auch Ältere unterwegs und geschätzte 95% der Teilnehmer holen ihr Radl einmal im Jahr für dieses Ereignis aus dem Keller und entstauben es (Kette ölen wird dabei leider vergessen). Wie dem auch sei, es soll Spass machen und die Gelegenheit über eine autoleere Castellana oder Gran Via zu fahren hat man halt nur einmal im Jahr.
Am Start
Meine letzte Teilnahme war wohl so mit 16 oder 17. Damals haben wir uns recht weit vorne eingereiht und haben die vor dem Feld dahinschleichende Polizei angeschoben. Jetzt, ein paar Jährchen später treffen wir uns gemütlich um viertel nach neun (um 9 Uhr geht es los) und reihen uns dann allmählich hinten ein. Es kommen immer noch mehr und mehr Radfahrer. Wo sind die nur normalerweise?

1. Oktober 2011

Senderos de Rascafría
















Heute geht es in das 'Valle de Lozoya'. Rascafría ist der am weiten im Tal gelegenste Ort. Von hier aus kann man rund herum Touren mit unterschiedlichster Charakteristik starten.

Rascafria könnte man mit "kalter Wind" übersetzen und es ist wirklich so, dass hier die Temperaturen in der Regel um 5 oder 10 Grad niedriger als in Madrid sind - im Sommer sehr angenehm, im Winter manchmal ganz schön frostig. Heute beginnen wir 15º, aber die Sonnenstrahlen prickeln schon schön auf der Haut.

Zunächst geht es flach am Rio Lozoya entlang bis zum 'Monasterio Santa Maria de El Paular'. Hier biegen wir in einen Forstweg ein, der zunächst unmerklich, dann aber bestimmt ansteigt. Der Forstweg führt zum 'Carro del Diablo' (Teufelskarren), einer auffälligen Felsformation zu der es eine Legende gibt, die ihr den Namen verliehen hat.


Ein schöner Trail führt uns wieder zurück ins Tal und nach Rascafría. Zunächst noch etwas steinig und mit ein paar kleinen technischen Leckereien überseht, verwandelt er sich nach dem passieren eines Gatters in einer Trail der sich mit viel Flow fahren lässt.


Eine Lichtung hinter dem Gatter erlaubt einen Blick auf das gesamte Valle de Lozoya und in die andere Richtung auf den Peñalara.

Peñalara

Wir landen wieder in Rascafria (leider ist unser eigentlicher Trail nicht mehr befahrbar, weil weiter unten im Tal ein Fincabesitzer diese grosszügig mit Stacheldraht eingezäunt hat und es daher kein Durchkommen mehr ist.

So ist unsere heutige Tour eigentlich zwei Touren. An den Autos vorbei geht es wieder Flussaufwärts, aber diesmal bleiben wir an seinem linken Ufer bis wir das Naturschwimmbad 'Las Presillas' erreichen. Ab hier geht es nun ein kleines Stück auf der Strasse entlang, bis wir die Möglichkeit haben auf unseren eigentlichen Track zurück zu kehren. Immer leicht ansteigend fahren wir das Tal hinauf. Nach einigen Kilometern geht es erneut über die Strasse und von nun an über schmale Pfade am Fluss entlang.
Wir passieren einen kleinen Staudamm und die Trails werden rauer. Kurze Tragepassagen könnte man zwar auf dem Forstweg umgehen, aber man hätte nicht halb so viel Spass. Irgendwann verlieren sich die Trampelpfade aber zwischen Dickicht und Felsen, so dass wie das letzte Stück bis zum 'Puente de Angostura' dann doch auf dem Waldweg zurücklegen.

An besagter Brücke wechseln wir auf die andere Uferseite und nun führt unser Weg über einen wunderbar fahrbaren High-Speed Trail zurück. Anlieger, kleine Jumps, schnelle Kurven - alles was das Mountainbikerherz begehrt.

Zurück an den 'Presillas' lassen wir es über einen breiten Feldweg bis nach Rascafría ausrollen. Die Bäume färben sich so langsam aber sicher gelb und der Herbst ist wohl nicht mehr aufzuhalten - hoffentlich ein goldener Hebst!

In Rascafría gönnen wir uns am Dorfplatz noch das eine oder andere Bierchen und ein paar Bocadillos. Ausgeruht und gestärkt geht es zurück nach Madrid. Es war ein sehr erfolgreicher und schöner Tag.

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25. September 2011

Der Königsstuhl















Sonntag Morgen 6:30 und der Wecker klingelt. Ich dachte eigentlich, dass ich den gar nicht hören würde und hatte schon mal vorsorglich Maria gebeten mich anzurufen, wenn sie bis sieben kein 'Whatsapp' von mir erhalten hat. Das setze ich jetzt schleunigst ab um ihr nicht den Spass zu gönnen mich mit irgendeiner grausamen Fanfare zu wecken.

Schaltwerk einstellen

Dusche, Radklamotten an, einen Kaffee reingeschüttet und ab zum Cercanias nach Nuevos Ministerios. Am Freitag gab es ein paar Umstellungen bei den S-Bahnlinien und seit dem spielt die Auskunftsseite im Internet verrückt. Wir sind einfach mal davon ausgegangen, dass sich bei unserem Zug nichts verändert hat. Für die etwas mehr als 2Km (immer schön bergab) brauche ich keine 5 Minuten und daher verlasse ich auch erst 5 vor 8 das Haus - das reicht normalerweise locker. Ich löse die Fahrkarte und fahre die Rolltreppe hinunter zum Bahnsteig. Über die Lautsprecher wird unser Zug angesagt - ich schaue auf die Uhr und es ist 8:05! Wie dem auch sei - Maria und Julio sind glücklicherweise schon da und ich habe es ja auch geschafft. Es stellt sich raus, dass sie die Zeiten doch etwas geändert haben.

Master of the maps

Downhill
Heute ist "Tag der Frau auf dem MTB" (Dia de la mujer en MTB) in Cercedilla von der spanischen Bike organisiert und so ist der Zug voll von hübschen Bikerinnen. Na, da tut sich doch was! :)
Gaby und Josean sind auch schon im Zug, aber im zweiten Waggon und so bewachen die Mädls den einen Räderhaufen und wir bleiben bei den anderen. Später steigt noch Nacho hinzu und somit sind wir komplett.

In Cercedilla wollten wir noch Brot kaufen, aber halb zehn ist für die Bäcker wohl zu früh, also geht es hinauf Richtung Puerto de la Fuenfria über den Puriccelli und die Carretera de la Republica.


Am Pass steht dann die Entscheidung an, welche Abfahrt wir nehmen wollen. Wir entscheiden uns für die neue Variante vorbei an der Fuente de la Reina  und dann auf direktem Wege hinab ins Valle de Valsaín. Zuvor erwartet uns noch ein sehr steiler, aber kurzer Anstieg auf einer Rückegasse. Am Bergrücken angelangt, geht es auf der anderen Seite ebenso steil wieder hinab. Es ist aber ein mit grass bewachsener Waldboden der sehr griffig ist. Hier wird nun ein ganzes Stück lange die Standfestigkeit unserer Bremsen getestet, aber wir, die Bikes und die Bremsen meisten die Situation perfekt. Auch Gaby die in letzter Zeit ein paar unglückliche Stürze hatte und etwas unsicher ist, fährt alles und gewinnt so ein wenig Selbstvertrauen zurück.

Nass macht Spass

Der Pfad mündet an einem Holzablageplatz und von dort an geht es mit nur noch leichtem Gefälle hinab zum Rio Eresma. Dieser Weg ist einfach ein Traum. Dichter Wald, Farn Rechts und Links des Weges und einige natürliche Anlieger bringen den Wahren Flow. DAS ist Mountainbiken.

Bäcker
Am Bach angekommen, gönnen wir uns den Spass einer unnötigen Bachdurchfahrt, bevor wir am linken Ufer auf dem 'Camino de las Pesquerias' hinab Richtung Valsaín fahren. Der Weg ist wunderschön, sehr spassig zu fahren und auch die Wanderer finden keine bösen Worte.
Es geht vorbei am Ausflugsziel "Boca del Asno" weiter bis wir kurz vor Valsaín ein kleines Aqueduct (sozusagen der kleine Bruder des Aqueducts von Segovia) erreichen. Hier überqueren wie den Eresma und rollen weiter bis ins Dorf - am Dorfplatz soll es einen Bäcker geben. Nach einer Ehrenrunde finden wir ihn auch.
In der Bar nebenan ist grade Essenszeit und der Wirt ist nicht sonderlich begeistert ein paar Bier verkaufen zu müssen, aber letztlich bekommen wir doch ein paar Flaschen. Unter einem Baum machen wir nun Pause, trinken unser Bier und essen unsere Bocadillos. Mittlerweile ist es warm geworden und wir träge. Eigentlich war noch eine Schleife mit einem Anstieg hinauf zur 'Silla del Rey', dem Königsstuhl geplant mit anschliessender Trailabfahrt. So richtig aufraffen konnte sich aber keiner, weshalb wir beschlossen gemütlich bis nach Segovia zu fahren.

Treppen
Weiter den Camino de Pesquerias entlang gelangen wir an einen kleinen Staudamm. Der Weg führt eigentlich weiter am linken Ufer entlang, aber Josean meint, dass dort wohl ein paar Tragestrecken auf uns warten. Daher überqueren wir den Staudamm, was mit den Rädern kein leichtes Unterfangen ist. Auf der anderen Seite machen wir uns erst mal über die massenhaft vorhanden Brombeersträuche her, bis wir unseren Weg fortsetzen. Zunächst erscheint die Entscheidung goldrichtig. Der erst breite Weg wird wieder zum spassigen Pfad doch dann steht ein Stück Schiebestrecke über Felsen und Treppen hinab zum Fluss an. Der eigentliche Weg wäre die bessere Weg gewesen - nächstes mal sind wir schlauer.

kleines Bier
Von hier an geht es nun flach bis zum Stausee 'Del Ponton Alto', dem aber schon ein paar Meter Wasser fehlen, so dass wir nur das trockene Ufer sehen. Unser Weg mündet an der CL-601 an deren Seite ein breiter Radweg bis Segovia führt. Hier dann noch hinab bis zum Bahnhof und gegenüber noch mal ein kühles blondes bis zur Abfahrt des Zuges genossen. Bei dieser Gelegenheit haben wir dann doch noch die Silla del Rey entdeckt...
Königsstuhl



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24. September 2011

Gelb & Blau

Offiziell ist nun Herbst, aber der Sommer scheint nun noch ein wenig weiter machen zu wollen. Morgen soll es über die Berge nach Segovia gehen, deswegen habe ich mir gedacht, dass heute ein wenig dahin rollen genau das Richtige wäre.

Von Colmenar Viejo geht es sanft hinauf in in Richtung 'Cerro de San Pedro'. Dieser, der Sierra Guadarrama vorgelagerte Berg steht mit seinen 1425m alleine in einer relativ flachen Landschaft. Ich sage  mit bedacht relativ, da das Gebiet zwischen Madrid (ca. 700 üNN) und dem Fuss der Bergkette (1000 üNN) eine Aneinanderreihung von Hügeln ist. Wer das ganze von oben betrachtet, mag es als 'flach' bezeichnen - wer die ganzen Falten mit dem Bike oder zu Fuss bezwingt, für den bekommt der Begriff 'flach' eine ganz neue Dimension.

So zieht sich der Feldweg dann auch gemächlich aber stetig über die gelben Weiden der 'Dehesa de Navalvillar' in Richtung Cerro de San Pedro. Rund 26º sind dank eines angenehmen Lüftchens erträglich und so kann ich die Spätsommersonne geniessen. Diese Tour wäre im Hochsommer ein No-Go (oder man müsste einen Anhänger mit Wasser hinterher ziehen).

Cerro de San Pedro

Am Ausgansgtor der Dehesa befindet man sich am Fuss des Cerro. Ein fahrradtauglicher Weg führt nicht hinauf, aber es gibt sehr wohl die Möglichkeit ihn zu umfahren und auf seiner Nordseite noch ein paar Höhenmeter zu gewinnen. Heute bleibe ich südöstlich und fahre nun fast auf einer Ebene weiter. Zu meiner Rechten ein grandioser Blick auf Madrid wo sich in der klaren Luft die Skyline mit allen Türmen abzeichnet.

Gatter zur Dehesa de Navalvillar
Vorbei an Kuh- und Stierweiden wird der Weg rauer. In der Beschreibung stand ja auch was von "Trails", wobei ich mir jetzt nicht sicher war, für welchen Track das nun galt.
Vor mir türmt sich eine kleine Bergspitze auf und meine Weg verliert sich mitten zwischen den Felsbrocken: Tragestrecke! Glücklicherweise nur kurz - nach 50m kann ich schon wieder aufsitzen und der Pfad führt entlang einer Mauer weiter bergan. Nachdem ein paar Felsbrocken umschifft sind, erreiche ich den höchsten Punkt der Tour und sehe einen steiler werdenden Pfad vor mir liegen. Die ersten Meter lassen sich noch gut fahren doch dann beginnt eine Erosionsrinne langsam zur ausgewachsenen Felsspalte zu werden.

Skyline Madrid


Ein paar Klettereinheiten und ca. 50Hm (ca. S3 - S4) weiter untern wird der Trail wieder fahrbar für 'Normalbiker' wie mich :)

Von hier an geht es nun stetig und flott bergab. Der Weg wechselt ständig zwischen Feldweg, erodierter Kartoffelacker und Trampelpfad. Der lange, trockene Sommer hat an vielen Stellen zentimetertiefe Sandmulden angehäuft, so dass das Auge stets wachsam auf den Boden vor dem Vorderrad gerichtet bleibt.

Die letzten Kilometer führen zur S-Bahn (Cercanias) nach Tres Cantos - stets bergab mit kurzen Gegenanstiegen. Irgendwann geht dass dann doch in die Beine und die letzten Meter hinauf nach Tres Cantos sind kein Vergnügen mehr. So ganz ruhig wie geplant, ist die Runde dann doch nicht geworden.

Weidende Kühe


Radweg mit Baumumfahrung

Kurz vor dem Ziel entdecke ich noch einen neu angelegten Radweg mit vorbildlicher 'Baumumfahrung' den ich Euch nicht vorenthalten will.

Wilde Stiere

Alles in allem eine sehr schöne Tour komplett in den Farben Gelb und Blau gehalten, mit ein paar Flecken in grün.  


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